Stand Up for the Femmes

Wenn man ein Leben führt, bei dem man den ganzen Tag über eingestöpselt ist, von dem Moment an, in dem man vom Handyalarm geweckt wird bis man sich vor dem Zubettgehen mit der elektrischen Zahnbürste die Zähne putzt, ist es schwierig, sich vorzustellen, wie das tägliche Leben in Nordkivu in der Demokratischen Republik Kongo (DR Kongo) aussieht. Die Region einfach als arm oder verarmt darzustellen, trifft nicht ganz den Punkt. Die meisten Häuser sind aus Lehm gebaut und Blechdächer gelten als luxuriös. Es gibt keinen Strom, kein fließendes Wasser und nur 18 Telefone auf 100 Menschen. Hilfsmittel wie Waschmaschinen oder Herde, die für uns selbstverständlich sind, gibt es nicht und so kosten alltägliche Arbeiten viel Zeit und Mühe. Es ist, als würde man eine Zeitmaschine betreten und ca. 200 Jahre zurückreisen, zu einer Ackerbaugesellschaft vor der industriellen Revolution, eine Gesellschaft, die so von physischer Brutalität und Gewalt eingenommen ist, dass wir es uns schwer vorstellen können. Vor allem für Frauen, die sich nicht nur um ihre Sicherheit sorgen müssen, sondern auch als Bürger zweiter Klasse gelten und bezüglich der Finanzen kein Mitspracherecht haben, ist diese Gesellschaft rau und unterdrückend.

In den ländlichen Regionen des Ostkongo sind Infrastrukturen und staatliche Institutionen größtenteils heruntergekommen oder defekt oder es gibt sie schlicht nicht. Während die Dinge sich in den Städten langsam verbessern, haben Frauen auf dem Land immer noch sehr wenige Möglichkeiten. Weil sich die wirtschaftliche Lage in der letzten Zeit verschlechtert hat, tragen die Frauen un noch mehr Bürden. Sie übernehmen viel Arbeit auf den Feldern, sammeln Feuerholz, schleppen Wasser und kümmern sich um die Kinder. Bevölkerungswachstum und Migration haben das Land verkleinert, das für den Anbau von Lebensmitteln verfügbar ist, sodass die Frauen gezwungen sind, lange Strecken zurückzulegen, um zu ihren Feldern zu gelangen. Mädchen sind immer die ersten, die die Schulen verlassen, damit sie bei den Hausarbeiten helfen können.

In den letzten acht Jahren hat Original Beans einen nachhaltigen Kakaosektor in der Region Virunga in der DR Kongo aufgebaut. Mittlerweile produzieren in der gesamten Region 15,000 Bauern biologisch zertifizierten Kakao, die Einkommen haben sich verdreifacht und die Abholzungsraten auf den Farmen sind um 50% gesunken. Einen Kakaosektor in Virunga aufzubauen, war der erste Schritt zur Verbesserung der Situation der Frauen im und durch den Kakaoanbau.

Unser Femmes de Virunga Projekt ist eine dreigleisige Initiative zur Verbesserung und Stärkung der sozialen und wirtschaftlichen Position von Frauen in Nordkivu. Das Programm stützt sich auf drei Pfeiler: die Etablierung einer kulturell unterstützten wirtschaftlichen Position für Frauen im Kakaosektor, die Verbesserung der allgemeinen sozialen und wirtschaftlichen Situation der Frauen (Alphabetisierungs- und Unternehmerkurse); die Entwicklung und Vermarktung einer Original Beans Schokoladentafel „von Frauen für Frauen“, um zusätzliche Mittel zu beschaffen und Frauen auf beiden Seiten der Lieferkette zu engagieren.

Den diesjährigen Internationalen Frauentag am 8. März haben wir zum Anlass genommen, unsere starken und erfindungsreichen Kakaobäuerinnen den ganzen Monat über zu feiern, jeden Aspekt des Femmes de Virunga Projekts genau zu erläutern und so viele Frauen wie möglich in der DR Kongo zu fördern.

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